20.10.2019

Was soll man noch sagen?

Sehr geehrte Besucherin/ sehr geehrter Besucher dieser Webseite,

seit vielen Jahren tragen wir hier, in einem kleinen Team, Informationen rund um die Massentierhaltung der Agrarindustrie, deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und ganz konkret zur Ferkelfabrik (agrarindustriell "Sauenzuchtanlage") Alt Tellin zusammen.

Mittlerweile Ende 2019 ist die ganze "Thematik Landwirtschaft", die kaum eine sein müsste würden sich Bauern der Permakultur & des Agroforstes widmen, ins allgemeine Bewusstsein der Menschen geflossen.

Wir wissen um die Schäden der Überdüngung, der Gülleverklappung, des Gülletourismus, der Nitratbelastung. Wir wissen alles zum Tierleid, Spaltböden & Kastenständen.

Wir wissen um die Monokulturen vor unseren Haustüren, um die Auslaugung und Verfestigung der Ackerböden, um die Behandlung der Pflanzen mit Glyphosat und unendlich vielen xxx-ziden (Fungi-, Pesti-,...).

Wir wissen, dass für das Tierfutter, in gigantischem Ausmaß unsere Regenwälder gebrandrodet werden, damit dort monokulturelle Sojaplantagen entstehen.

 

Wir wissen um grausame Schwerlasttransporte, von Tieren zur Mast & zum Schlachthof. Wir wissen, wie es in Mastbetrieben & Schlachthöfen abgeht. Wir beschweren uns über Gestank von Tierfabriken, Tiertransporten und Tierausscheidungen. Kaum noch ein Tag vergeht ohne irgendeinen Skandal aus der Agrarindustrie oder einem Rückruf der Lebensmittelindustrie.

Dabei beschwichtigen Agrarminister ständig die Bevölkerung und heucheln Verständnis für die Bauern, die gar keine mehr sind. Sie sind agrarindustrielle Landwirte und zunehmend Energiewirte.

Wir staunen über Bodenspekulation und reiben uns die Augen bezüglich der Preise von Ackerland.

Die Nebenwirkungen der Massentierhaltung und der monokulturellen Äcker sind im Schnitzel nicht eingepreist. Denn würde man alle Kosten, die der kaputt gefahrenen Straßen durch ununterbrochenem Schwerlastverkehr 24/7, die der zunehmend aufwendigeren Trinkwasserreinigung, der des Insektensterbens & unseres Verlustes unserer Weltlunge des Regenwaldes mit beachten, könnten  fünf Scheiben Fleisch nicht für € 2,99 verhökert werden, sondern müssten € 250,- kosten. Stattdessen presst man immer noch in jeder Kantine den Leuten den Fleischlappen auf den Teller und empört sich, wenn Kitas versuchen aus dieser Schweinerei auszusteigen.

Da der Unmut in der Bevölkerung wächst & Menschen einfach keine Lust mehr auf diese verbrecherische Art der Ernährung haben, präsentiert uns Frau Klöckner eine "Initiative Tierwohl", die "Verbesserungen" suggerieren sollen, jedoch in Wirklichkeit der blanke Hohn, ja purer Zynismus sind.

Die Haltungsformen 1 - 2 sind Massentierhaltung wie bisher, Stufe 3 mit offenem Fenster & Stufe 4 bedeutet Massentierhaltung "Premium", d.h. 1,5m² pro Tier, anstatt der sonst 0,75m². Entscheiden Sie, wie soll das Tier leiden? Auf 0,75 oder 1,5? https://www.haltungsform.de/

Die Unfälle in Megaställen haben zugenommen. Allein hier auf der Seite können Sie zig Videos zu Stallbränden finden. Mal eben 20.000 Schweine verbrannt.

Auch die Ferkelfabrik steht bezüglich zu hoher Tierzahl, mangelndem Brandschutz nicht nur in der Kritik, sondern vor dem Verwaltungsgericht Greifswald vor Gericht. Der Prozessauftakt gegen die Genehmigungsbehörden, im Beisein der LFD Holding, ehemals Straathof, der in Deutschland, wegen Tierqual keine Schweine mehr "betreuen" darf, begann Anfang 2017 nach jahrelanger, aufreibender, nervender, teuerer Vorarbeit von engagierten Menschen.

Der Richter empfand nach sechsstündiger Verhandlung weiteren Klärungsbedarf und vertagte auf einen 2. Verhandlungstag. Dieser fand bis heute, also 2,5 Jahre später nicht statt. Es ist einfach unfassbar! Auch hierzu auf dieser Webseite Informationen.

Seit Jahren findet vor der Ferkelfabrik jeden Montag um 17 Uhr eine Mahnwache statt, zu der nur wenige Menschen kommen, denn der Ort ist so unwirtlich, so abseits im Nichts. Ab und zu schaut die Presse oder ein Filmteam vorbei, während im Fünfminutentakt Tiertransporter und Güllebbomber auf und ab fahren. 

Nun gibt es zunehmend Volksbegehren zum Artenschutz und zum Bienenschutz,

Kinder müssen auf den Klimawandel aufmerksam machen, zu dessen negativer Entwicklung die überdrehte Agrarindustrie massiv beiträgt. Aktionsgruppen besetzen Schlachthöfe oder schmeissen sich vor das Brandenburger Tor in Berlin.

Gleichzeitig fahren Landwirte mit 2.000 Traktoren nach Bonn um zu klagen. Zu 

klagen darüber, dass sie die Buhmänner seien, dass sie so nicht weiter produzieren könnten, dass der Verzicht auf Glyphosat so schlimm sei, wie die Schnullerwegnahme beim Baby.

Und wieder Verständnis seitens der Politik für Landwirte, die in Bonn ihren Willen zum Klimaschutz bekunden wollten. Wie viele Landwirte kamen zur Demo umweltfreundlicher mit der Bahn, anstatt mit ihrem agrardiesel subventionierten Ackerpanzer?

Wir spüren zunehmend, dass es so nicht weiter geht, doch die Lösung ist doch nicht mehr Geld und Verständnis für eine mörderische Agrarpolitik greenwashig angepinselt und mit fröhlichen Labels versehen!

Lösungsvorschläge liegen auf der Hand: Weniger ist mehr, Verzicht, Einschränkung, Verbote, Umdenken, die erwähnte Permakultur mit Agroforst.

Aber das geht hier nicht offiziell, in einem spätindustriellen Endzeitkapitalismus, der Wachstum braucht, wo nichts mehr zu wachsen ist, der Geld und nur Geld begreift, der in Geld alles misst.

Aber inoffiziell gibt es schon lange öko, bio, nachhaltig, eine Branche die wächst, doch vom industriellen Wachstumswahn bekämpft wird, als kämpfe eine mutierte Monsterpflanze gegen ein kleines Bäumchen.

Erstaunlich, dass Parteien immer noch auf das Monster setzen, wie in jedem industriellen Bereich.

All das rattert täglich durch Twitter, Tagesschau, Mediatheken und es ist jetzt bekannt. Wir alle wissen es und keiner kann sagen, er/sie hätte von nichts gewusst. Und daher machen wir jetzt erstmal auf dieser Webseite hier eine Pause, denn es ist alles gesagt und: Was soll man noch sagen?